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Der Zwergschnauzer     Standards (D)     The Miniature Schnauzer     Standards (E)

Rasse Zwergschnauzer 

Der Zwergschnauzer geht auf die gleichen Vorfahren zurück wie der Riesen- und Mittelschlagschnauzer. Aus diesem wurde er auch herausgezüchtet, vermutlich unter Zugabe von Affenpinscher- und Zwergpinscherblut.

Heute ist der Zwergschnauzer ein eleganter Hund in FCI Gruppe 2 (USA: Terrier Gruppe, UK: Utlility Gruppe). Es ist eine einzigartige Rasse mit allen Eigenschaften eines grossen Hundes in einem kleinen Körper. Zwergschnauzer sind gestandene Hunde, die stark, gesund, anhänglich und sehr menschenbezogen sind. Ein Zwergschnauzer macht einen wunderbaren Begleiter für die ganze Familie. Sie sind ausgesprochen intelligent, lernfähig und schlau, mit einem angeborenen fröhlichen Charakter.


Rassebeschreibung in der Gattersdorfer Zeitung 2/2008


Herkunft

Es gibt keine genauen Aufzeichnungen darüber, wie die Rasse tatsächlich entstanden ist, aber man nimmt an, dass sie durch Kreuzungsversuche verschiedener Rassen während des letzten Jahrzehnts im 19. Jahrhundert in Deutschland entstanden ist. Ursprünglich als Pinscher bekannt, leitet sich der Name Schnauzer von "der Schnauze" ab, verwendet wegen der Barthaare. Aufzeichnungen belegen, dass sich der Standard Schnauzer zuerst entwickelt hat, erstmals erwähnt im Jahre 1879, in der ersten Ausgabe des Pinscher-Schnauzer-Zuchtbuches. Der deutsche Pinscher-Schnauzer Klub (PSK) wurde 1895 in Köln gegründet. Der älteste registrierte Zwergschnauzer überhaupt war eine schwarze Hündin "Findel", geboren im October 1888, mit unbekannter Abstammung. Der erste Zwergschnauzer registriert im PSK, war "Jacco Fulda LILIPUT", geboren am 6. Dezember 1898. Die bildlichen Darstellungen von "Jacco Fulda LILIPUT" unterscheiden sich teilweise nur wenig von einem anderen Bildnis, nämlich "Fritzle", der als Affenpinscher deklariert wurde. Die Tatsache, dass sehr viele der ursprünglichen Zwerge eine rein schwarze Farbe aufwiesen, würde diese Vermutung unterstreichen. Andere Aussagen lassen wieder vermuten, dass die schwarze Farbe durch die Verpaarung mit Zwergspitzen (Pomeranians) entstanden ist. In einer alten Illustration ist eine Gruppe von schwarzen Pomeranians abgebildet, die im Besitz der Zuchtstätte "Heilbronn" standen. Heilbronn wiederum ist jene Zuchtstätte, die für lange Zeit als das Zentrum der schwarzen Zwergschnauzerzucht gegolten hat.

Verschiedene andere Rassen könnten ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung des Zwergschnauzers gespielt haben. In der Zeit der Jahrhundertwende, war die Zucht dieser Rasse sicher noch in einer experimentellen Phase, in der man versucht hat, durch das Einkreuzen verschiedener Rassen spezifische Eigenschaften des Hundes zu verstärken. Das zeitweise Auftreten einer Fleckfärbung brachte sogar Spekulationen auf, dass Foxterrier in der Geschichte der Entstehung eine Rolle gespielt haben könnten. Die Fleckfärbung könnte aber auch daher kommen, dass sie in einem ursprünglichen Zuchtstandard von 1924 als erlaubte Farbe vorkam. In den Anfängen der Rasse kam es auch vor, dass innerhalb eines Wurfes manche Welpen als Zwergschnauzer, manche als Pinscher und manche sogar als Affenpinscher registriert wurden.

Archäologen entdeckten in der Schweiz und in Tirol Skelettreste von Hunden, deren Nachkommen später in ganz Europa Verbreitung fanden. Eine besonders interessante Variante, der sog. "Stallpinscher", lebte auf Bauernhöfen in Bayern und Baden-Württemberg. Er war am ganzen Körper dicht behaart und ein handfester Bursche. Leider lässt es sich heute nicht mehr nachvollziehen, wann dieser Teufelskerl erstmals auftauchte. Seine Aufgabe bestand aber vorwiegend darin, Postkutschen zu begleiten und zu bewachen. Der kleine Pinscher legte auf diese Weise endlose Strecken zurück, immer treu neben dem Pferdegespann hertrabend.

Die kräftigen, schnell zupackenden Zähne des Stallpinschers und sein kämpferisches Naturell hielten Banditen äußerst wirksam von Überfällen ab. Um diesen Hund außer Gefecht zu setzen, musste man ihn schon erschießen. Sein ausgeprägtes Pflichtgefühl und seine Zuverlässigkeit machten ihn bald berühmt und so kam es, daß dieser arbeitende Hofhund sogar auf großen Gemälden verewigt wurde! Dürer, der Meister der Renaissance-Malerei, aber auch Cranach, Rembrandt und Vernet machten ihn durch ihre Werke unsterblich. Der Stallpinscher wurde übrigens auch erfolgreich als Rattenfänger eingesetzt, was ihm auch den Namen "Rattler" einbrachte.

In den 30er Jahren erlebte zwar der Riesenschnauzer seinen Boom, nach dem Zweiten Weltkrieg aber übernahm der Zwerg die Führung, wobei er sogar den überaus beliebten Mittelschnauzer auf der Strecke ließ. Seit 1950 arbeiten Züchter gezielt an der Verbesserung der Rasse. Ihr Ziel, dem kleinen Schnauzer sämtliche Qualitäten einer Zwergrasse, aber nicht deren Mängel mitzugeben, haben sie längst erreicht! Vor allem in den USA liegt der Zwergschnauzer in der Spitzengruppe der beliebtesten Hunde, direkt hinter dem Boxer und unmittelbar vor dem Siberian Husky.

 

                                      Die Entwicklung der Pinscher-Schnauzer Rassen

Quelle: "AKC Gazette, Jan. 2003, Vol 120, No.1"


Charakter

Allein schon durch sein Aussehens, verdient der Zwergschnauzer seine Beliebtheit. Es ist aber in erster Linie sein lebendiger und wissbegieriger Charakter der z.B. in Amerika zu den Top Ten im Ranking der beliebtesten Hunderassen eingereiht ist. Der Zwergschnauzer ist gross genug um ein richtiger Hund zu sein und klein genug um sich mit seinem Besitzer gemütlich einen Sessel zu teilen. Seine Gemütlichkeit ist es auch, die die meisten Menschen letztendlich davon überzeugt sich für einen Zwergschnauzer zu entscheiden. Ein richtiger Zwergschnauzer ist aufmerksam, freundlich, intelligent, kräftig und langlebig.

Der Zwergschnauzer hat zwar in seiner Erscheinung viel Ähnlichkeit mit Terriern, nämlich denselben quadratischen, harmonischen Körperbau und die Lebendigkeit. In allen anderen Eigenschaften, hebt sich der Zwergschnauzer jedoch deutlich von den Terriern ab. Zwergschnauzer sind wesentlich williger bereit sich von ihren Besitzern erziehen zu lassen und sie sind überdurchschnittlich intelligent und haben einen starken Charakter. Zwergschnauzer verlangen die Aufmerksamkeit ihrer Besitzer, bieten aber als Gegenleistung die totale Hingabe.

Zwergschnauzer verfügen über ein sehr ausgeprägtes Stehvermögen, tatsächlich lassen sie sich eine Krankheit oft erst anmerken, wenn es ihnen bereits sehr schlecht geht. Und selbst dann, sie sind Kämpfer und denken nicht daran so leicht aufzugeben. Die Freude daran ihren Besitzern zu gefallen, gepaart mit ihrer Intelligenz, machen sie z.B. zu einem idealen Hunden für die Obedience Arbeit. Allerdings sollte man nicht daran denken, Ihnen etwas aufzwingen zu wollen. Zwang und Gewalt ist die falsche Methode einen Zwergschnauzer zu erziehen. 

Die Lernwilligkeit eines Zwergschnauzers kennt keine Grenzen und wird höchstens durch fehlende Geduld seines Lehrers eingeschränkt. Seine Intelligenz drückt sich in vielerlei Hinsicht aus. Aber ein Blick in seine Augen genügt, um seinen aufmerksamen Geist und seine lustige Persönlichkeit zu erkennen. Zwergschnauzer lernen schnell und es gibt im Prinzip nichts was sie nicht begreifen würden, wenn man sich genug Zeit nimmt um es ihnen beizubringen. Die einzigen Anforderungen sind: Konsequenz, Wiederholung, Geduld und - VOR ALLEM - Freundlichkeit.

Oft, "der Hund mit dem menschlichen Gehirn" genannt, ist die Denkweise eines Zwergschnauzer manchmal direkt unheimlich. Während die meisten Hunderassen eben wie Hunde denken, denken und reagieren Zwergschnauzer wesentlich menschenähnlicher, auf eine Art, wie wir Menschen es wesentlich besser verstehen können. Zwergschnauzer sind daher auch, wie keine andere Rasse, uneingeschränkt abhängig von menschlicher Gesellschaft und Zuwendung. Ohne diese werden sie misstrauisch und abgestumpft. Wenn ein Zwergschnauzer einen Menschen einmal ins Herz geschlossen hat, dann ist das für sein ganzes Leben. Dem Menschen den ein Zwergschnauzer liebt, gibt er seine uneingeschränkte und tiefe Zuneigung. 

Obwohl Zwergschnauzer sehr rasch lernen, lieben sie trotzdem ihre Ordnung. Ein typischer Vertreter seiner Rasse liebt es schon vor seinem Besitzer zu wissen, was als nächstes passiert. Zwergschnauzer besitzen ein gutes Gedächtnis und erkennen Freunde auch noch nach einer langen Zeit. Da Zwergschnauzer grundsätzlich nicht eifersüchtig sind, teilen sie auch bereitwillig ihre Lieben mit Anderen, Menschen und Hunden. Sogar Katzen haben einen Platz in ihrem Leben. Obwohl der Zwergschnauzer nicht ausschliesslich auf eine Einzelperson fixiert ist, gilt seine volle Verehrung meist trotzdem eher einer bestimmten Person in der Familie, was sie aber nicht daran hindert auch alle anderen Familienmitglieder in ihre Zuneigung einzubeziehen. Sie lieben vor allem Kinder und scheinen ihre Art zu verstehen. Kinder die gelernt haben Hunde zu respektieren, werden daher in einem Zwergschnauzer einen geduldigen, verständnisvollen und lustigen Spielgefährten finden.

Zwergschnauzer sind grundsätzlich keine agressiven Hunde, sollten aber dennoch einen furchtlosen Charakter haben. Ein erwachsener Vertreter seiner Rasse entwickelt ein ausgeprägtes Territorialverhalten. Er ist ein idealer Wachhund, beschützt aber eher verbal als durch Angriff.

Es gibt nämlich einen grossen Unterschied zwischen der Bereitschaft zu beschützen und der Bereitschaft anzugreifen. Ein guter Schnauzer wird jede Gefahr melden aber nur solange bellen bis die Gefahr verschwunden ist, oder sein Besitzer auf der Bildfläche erscheint. Sobald das passiert ist, übergibt er die Kontrolle der Situation und hört auf zu bellen. Trotz aller Unerschrockenheit, hat der Zwergschnauzer immer ein freundliches Auftreten gegenüber allem was sich als Freund identifiziert.

Zwergschnauzer sind keine Kläffer. Sie sind intelligente Wachhunde mit einem guten Urteilsvermögen. Viel zu intelligent um streitlustig zu sein. Sie kennen aber ihre territorialen Rechte und werden diese auch verteidigen.

Grundsätzlich ist ein Zwergschnauzer verschmust, anhänglich und loyal, aber auf keinen Fall unterwürfig. Wer einen Hund möchte, der nur zu den Füssen liegt und sich eher distanziert verhält, ist mit einem Schnauzer schlecht beraten. Um sich die Aufmerksamkeit zu verschaffen die er gerade will, wird er über auf ihre Zeitung klettern, oder seinen Kopf unter den Arm schieben und fordernd stupsen. Einem Zwergschnauzer würde nie der Gedanke kommen, man könnte vielleicht zu beschäftigt sein um sich um ihn zu kümmern. Ein typischer Schnauzer will Zärtlichkeit.

Diese Rasse liebt es draussen zu sein, bei jedem Wetter. Egal ob in einem grossen Gelände oder nur im Garten. Gewöhnlich gibt es auch eine Vorliebe zum Wasser und zum Schwimmen. Andererseits sind Zwergschnauzer aber auch glücklich, wenn sie nur einen gemässigten Auslauf bekommen. Diese Eigenschaft macht sie auch zu einem idealen Stadthund. Wenn sie sich drinnen aufhalten, lieben sie einen Platz am Fenster, wo sie das Treiben draussen beobachten können. Das elastische, elegante und raumgreifende Gangwerk des Zwergschnauzers lässt aber auch auf eine starke  Leistungsfähigkeit schliessen. Raumgreifende Vorderläufe und eine Hinterhand mit sagenhafter Schubkraft geben dem Zwergschnauzer ein kraftvolles Gangwerk mit schwungvollem Drive. Sein starker, straffer Rücken und seine festen Bänder und Gelenke machen den Zwergschnauzer ausgesprochen belastungsfähig. Vielleicht nicht gerade als Reitbegleithund für stundenlange Ausritte im Gelände, aber doch als fröhlicher Mitläufer für Jogger oder bei gemütlichen Familienausritten.

Ob Rüde oder Hündin, der Zwergschnauzer ist ein zuverlässiger Gefährte. Viele Hundebesitzer sind vielleicht der Meinung, dass Hündinnen wesentlich anhänglicher, ruhiger und leichter zu erziehen sind. Tatsache ist, dass bei dieser Rasse die generellen Charaktereigenschaften des spezifischen Hundes wesentlicher entschiedender sind als das Geschlecht. Rüde und Hündin sind gleichermassen liebenswert.

Ein Hund mit harschen Haarkleid, wie es der Zwergschnauzer ist, bedarf auch einer intensiveren Fellpflege. Ohne eine solche verliert der Hund völlig seine äusserlichen Rassemerkmale. Jemand, der sich also für diese Rasse entscheidet, muss auch bereit sein, das Haarkleid seines Hundes immer in einem guten Zustand zu halten. Im Unterschied zum menschlichen Haar, wächst das Haar des Zwergschnauzers bis zu einem bestimmten Punkt, um dann abzusterben. Im Unterschied zu anderen Hunderassen, fallen die abgestorbenen Haare aber nicht aus, sondern müssen durch sogenanntes "Trimmen" entfernt werden. Auch wenn man diese Tätigkeit grundsätzlich durch einen Hundefriseur erledigen lässt, zahlt es sich trotzdem aus, sich ein wenig mit dieser Materie selbst zu beschäftigen, um seinen Liebling auch zwischen den Besuchen beim Friseur oder Züchter in einem adretten Zustand zu erhalten.

Gute Gesundheit und ein guter Charakter sind sicherlich die vordersten Kriterien für die Auswahl eines Hundes, wer aber auch ein wenig auf das Aussehen wertlegt und vielleicht auch daran interessiert ist einmal die Eine oder die Andere Ausstellung zu besuchen, sollte sich darüber informieren wie ein schöner Zwergschnauzer aussehen sollte.
Rassebeschreibung in der Gattersdorfer Zeitung 2/2008